Pankreasinsuffizienz
Ist es Ihnen auch schon
öfter so ergangen: Sie essen etwas Fettes, z. B. ein Stück Sahnetorte, einen
Schweinebraten oder eine Pizza mit reichlich Käse und Olivenöl und nach kurzer
Zeit werden Sie von heftigen Beschwerden geplagt. Sie verspüren Völlegefühl und
Quelle: http://www.milch-den-kuehen.de/gastopper.jpg
Was ist eine Pankreasinsuffizienz? Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt in der Mitte des Bauches etwas oberhalb des Nabels zwischen Leber, Lungen, Milz und Dünndarm. Die wichtigsten Aufgaben der Bauchspeicheldrüse sind die Produktion von Insulin für den Zuckerstoffwechsel (Sekretion ins Blut) und von verschiedenen Verdauungsenzymen (z. B. Amylasen für die Spaltung von Kohlenhydraten, Lipasen für Spaltung von Fetten und Proteasen wie etwa Trypsin für die Spaltung von Eiweiß), die in den Dünndarm abgesondert werden. In diesem
Artikel geht es nicht um die
Insulininsuffzienz (dies wäre ein Bericht über
Wenn
größere Nahrungsmoleküle (z. B. Eiweiße, Fette) im oberen Teil des Dünndarmes
nicht gespalten werden, gelangen sie in tiefere Darmabschnitte. Hier können zwar
die gespaltenen Nahrungsmoleküle (z. B. Aminosäuren,
Manchmal
glänzt dann sogar Fett auf dem Stuhl oder dem Spülwasser. Ganz selten kann es
unter einer Pankreasinsuffizienz aber auch zu einer
Was sind die Ursachen der Pankreasinsuffizienz?
Es gibt Autoimmunprozesse, also Angriffe des Immunsystems gegen körpereigene Gewebe, die die Bauchspeicheldrüse angreifen. Mit zunehmender Vernichtung der Gewebszellen des Pankreas lässt dann auch die Produktion der Verdauungsenzyme nach. Im Blut lassen sich dabei Autoantikörper gegen exokrines Pankreas nachweisen. Besteht bereits ein Diabetes mellitus Typ I (juveniler Diabetes), bei dem ebenfalls Autoantikörper gegen die insulinproduzierenden Pankreaszellen vorliegen, so ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich im Laufe der Zeit auch Antikörper gegen die exokrinen, Verdauungsenzyme produzierenden Zellen bilden. Kommt es immer wieder zu Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis) oder liegt eine chronische Form dieser Erkrankung vor, so gehen dabei auch Pankreaszellen zugrunde. Ist die Entzündung sehr aktiv oder dauert sie lange genug, so kann die Funktion der Bauchspeicheldrüse so weit nachlassen, dass es zu einer Pankreasinsuffizienz kommt. Bei der Mukoviscidose (cystische Fibrose), einer Erbkrankheit, kommt es bereits meist im Kindesalter zu einer Pankreasinsuffizienz. In den meisten Fällen kann aber keine klare Ursache entdeckt werden. Im Alter lässt die Funktion vieler Organe kontinuierlich nach. Die Muskeln werden langsam schwächer, die Nieren können das Blut nicht mehr so gut reinigen und die Drüsen können nicht mehr so viele Hormone oder Enzyme wie im jugendlichen Alter produzieren. Dies trifft in gleicher Weise auch auf die Bauchspeicheldrüse zu. Wenn also die Verdauungsenzymproduktion nachlässt, so führt dies zu einer Pankreasinsuffizienz. Die Bauchspeicheldrüse stellt nicht mehr so viele Enzyme her, wie der Darm für die Verdauung der Nahrungsstoffe benötigt.
Wie wird die Pankreasinsuffizienz diagnostiziert?
Wenn aufgrund der klinischen Symptomatik ein begründeter Verdacht besteht, so kann der Stuhl auf das Enzym Pankreas-Elastase 1 untersucht werden. Dies ist ein Marker für die gesamte Enzymproduktion. Ist der Gehalt im Stuhl hoch, so kann davon ausgegangen werden, dass alle anderen Enzyme auch in der benötigten Menge freigesetzt werden. Ist die Pankreas-Elastase 1 jedoch erniedrigt (<200 µg/100 g Stuhl), so ist die Diagnose „Pankreasinsuffizienz“ wahrscheinlich. Von einer leichten Form spricht man, wenn der Gehalt an Pankreas-Elastase 100-200 µg/100 g Stuhl beträgt. Bei einer schweren Pankreasinsuffizienz liegt der Wert <100 µg/100 g Stuhl. Bei schweren Durchfällen kann aufgrund der Verdünnungseffekte der Wert fälschlicherweise etwas niedriger sein, was bei der Interpretation des Wertes berücksichtigt werden sollte. Normalerweise wird noch der Chymotrypsin-Gehalt im Stuhl zur Beurteilung der Funktion der Bauchspeicheldrüse gemessen. Dieser Wert gilt inzwischen jedoch als wesentlich weniger sensitiv als die Pankreas-Elastase 1 und sollte daher nicht mehr durchgeführt werden. Noch genauer sind direkte Funktionsteste des Pankreas (z. B. Sekretin-Pankreozymin-Test, Sekretolin-Caerulein-Test, Lundh-Test oder Atemtests mit radioaktiv markiertem Kohlenstoff), die allerdings sehr aufwändig und nur gastroenterologischen Spezialeinrichtungen vorbehalten sind. In der Routinediagnostik ist die Untersuchung auf Pankreas-Elastase 1 ein zuverlässiger, preiswerter (ca. 28,-- €) und sehr leicht zu bestimmender (einfache Stuhlprobe) Parameter zum Erkennen einer Pankreasinsuffizienz.
Wie wird die Pankreasinsuffizienz behandelt?
Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Verdauungsenzyme produziert, um Kohlenhydrate, Eiweiße, vor allem aber Fette zu verdauen, sollten Menschen mit einer Pankreasinsuffizienz vorsichtig mit der Zufuhr größerer Mengen davon sein. Hier gilt es, insbesondere die versteckten Fette zu beachten (z. B. Pommes frites aus der Friteuse, Schokolade). Eine fettarme Kost bekommt bei Pankreasinsuffizienz am besten. Die Nahrung sollte fettarm, aber nicht fettfrei sein, da wir eine gewisse Mange an essentiellen Fettsäuren (Linol-, Linolensäure) zum Leben benötigen (daher essentiell). Bei starker Fettunverträglichkeit werden MCT-Fette (mittelkettige Fettsäuren) meist besser vertragen. Inzwischen gibt es zahlreiche Lebensmittel (z. B. Margarine, Brotaufstriche) mit MCT-Fetten in Apotheken und Reformhäusern.
Fettes Essen: Bei leichter Pankreasinsuffizienz kann eine Stimulation mit Extrakten aus Harongarinde oder –blättern (z. B. Harongan 3x2 Tbl. tgl.) ausreichen, um so viele Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse „herauszukitzeln“, dass die Verdauungsfunktionen noch gewährleistet sind. Bei starker Pankreasinsuffizienz wird dies allerdings nicht mehr ausreichen. Dann ist die Einnahme von Verdauungsenzymen zu den Mahlzeiten unbedingt angezeigt. Es sollten Enzympräparate gewählt werden, die Lipasen für die Fettverdauung, Amylasen für die Kohlenhydratverdauung und Proteasen für die Eiweißverdauung enthalten. Die Präparate sind dabei auf die Aktivität der Lipase standardisiert (z. B. Catazym 10.000, Pangrol 25.000, Panzytrat 40.000). Wie viel davon benötigt wird, hängt vom Ausmaß der Pankreasinsuffizienz und der Zusammensetzung der Mahlzeit ab. Generell gilt: je fettreicher die Mahlzeit ist, desto mehr Enzyme werden benötigt. Bei einer Banane zum Frühstück braucht der Darm möglicherweise nur ein Präparat mit 10.000 Einheiten oder evtl. auch gar keine Enzymzufuhr von außen, bei einem Eisbein sind zwei Tabletten mit je 40.000 Einheiten möglicherweise nicht ausreichend. In der Regel kommt jemand mit leichter bis mäßiger Pankreasinsuffizienz mit einem Präparat mit 25.000 Einheiten (z. B. 3 Tbl. Pankreatan 25.000 tgl.) gut aus. Bei schwerer Pankreasinsuffizienz kann auch die Zufuhr von je 80.000 Einheiten (z. B. 3x2 Tbl. Kreon 40.000) erforderlich sein. Variationen nach oben oder unten sind je nach Menge und Zusammensetzung der Nahrung sinnvoll. Bei schwerer Pankreasinsuffizienz sollten außerdem die Säure-Basen-Verhältnisse im Verdauungssystem berücksichtigt werden. Daran wird meistens jedoch nicht gedacht. Während im Magen ein sehr saures Milieu vorherrscht, um die Nahrung gewissermaßen zu desinfizieren und normale Säureverhältnisse für die Magenenzyme zu schaffen, muss der Dünndarm eine alkalische Umgebung aufweisen. Die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse arbeiten nur bei einem Säure-Basen-Wert mit einem pH-Wert von über 7 normal. Damit dieser alkalische pH-Wert erreicht wird, produziert die Bauchspeicheldrüse Natriumhydrogencarbonat. Bei schwerer Pankreasinsuffizienz ist diese Produktion ebenfalls eingeschränkt. Selbst wenn die fehlenden Verdauungsenzyme von außen zugeführt werden, können diese wegen des zu sauren Milieus im Dünndarm ihre Wirkung nicht voll entfalten. Die äußere Zufuhr von Natriumhydrogencarbonat (z. B. Natron) würde nichts nutzen, da dieses durch die Magensäure neutralisiert wird. Die
richtige Lösung lautet hier: zusätzliche Einnahme von Natriumhydrogencarbonat in
Form von magensaftbeständigen Präparaten (z. B. Natriumhydrogencarbonat 1 g Tbl.
von Fresenius Medical Care, BicaNorm oder Nephrotrans Kps.). Dies bleibt in der
Regel aber nur den wirklich schweren Formen vorbehalten und sollte von Ärzten
begleitet werden, die sich in der Behandlung von Pankreasinsuffizienz
wirklich auskennen. Wünschenswert wäre es, wenn sich Gastroenterologen –
eigentlich die Spezialisten für Magen-Darm-Erkrankungen – hier mehr engagieren
würden. Leider habe ich (und viele Patienten) die Erfahrung machen müssen, dass
gerade Gastroenterologen sich meist auf die Spiegelung von Magen und Darm
beschränken. Dies bringt jedoch bei einer
Der Erfolg
der therapeutischen Maßnahmen – egal ob diätetisch oder durch Harongan oder
Enzyme – lässt sich am Befinden und am Stuhlbefund messen. Bei der richtigen
Therapie sind Beschwerden wie Völlegefühl,
Bekomme ich bei Pankreasinsuffizienz nicht sicher einen
Vitamin- oder
Mineralmangel?
Wie schon erwähnt, kommt es bei der Pankreasinsuffizienz zu einer Aufnahmestörung von Kohlenhydraten, Eiweißen und vor allem von Fetten. Die Aufnahme von Mineralstoffen oder Vitaminen ist direkt nicht gestört, aber indirekt. Gehen Fette über den Stuhl verloren, ist regelhaft auch die Vitamin- und Mineralversorgung beeinträchtigt. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) lösen sich im Stuhlfett und gehen so vermehrt verloren. Die Mineralien hingegen bilden mit Fetten unlösliche Seifen und können daher ebenfalls nur unvollkommen aufgenommen werden. Wegen
unzureichender
Nährstoffversorgung sind Menschen mit Pankreasinsuffizienz
einem erhöhten Risiko von z. B.
Sinnvolle Labordiagnostik: Bei Pankreasinsuffizienz sehr hilfreich Die
richtige Therapie ist – egal ob ein
Vitamin- oder Mineralmangel nachgewiesen
wurde oder nicht – die Verbesserung der Verdauung durch die oben erwähnten
Maßnahmen. Die zusätzliche Vitamin- oder Mineralzufuhr bringt erst dann wirklich
etwas, wenn die Verdauungsfunktionen wieder optimiert wurden. Dann kann es – je
nach
Sie sehen:
auch mit einer Pankreasinsuffizienz lässt es sich leben. Bei richtiger
Diagnostik und Therapie kann fast immer eine weitgehende Beschwerdefreiheit
erzielt werden. Die richtige Verdauung und damit die Aufnahme aller wichtigen
Nährstoffe steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern beugt auch zahlreichen
anderen Erkrankungen vor. Wenn die Pankreasinsuffizienz als Ursache von
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in der naturkundlichen Privatambulanz. Alle oben erwähnten Laboruntersuchungen können in der Inneren Abteilung der Habichtswaldklinik oder der Naturheilkundlichen Privatambulanz durchgeführt werden.
Informationen über das Therapieangebot der Inneren Abteilung:
Sagen Sie uns ruhig
mal Ihre Meinung!
Weitere Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der Wicker-Gruppe unter www.informationen-zu-krankheiten.de. Info-Material zur Klinik anfordern: www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html Die
Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001zertifiziert. Unsere Klinik ist von allen gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nach § 111 als Rehabilitationsklinik anerkannt. Wir sind außerdem von allen privaten Krankenkassen als gemischte Anstalt anerkannt. Die Kostenübernahme muss aber zuvor bei dem jeweiligen Kostenträger beantragt werden. Bei Rückfragen bezügl. der Kostenübernahme können Sie sich gerne an unseren Verwaltungsleiter, Herrn Schenk, wenden (Servicetel.: 0800 / 8 90 11 00, Tel.: 0561-3108-621, E-Mail) Weitere Fragen?
Telefon +49 (0) 56 1- 31 08 - 102 oder - 622
·
Impressum·
Anfahrt Servicetelefon 0800 / 8 90 11 00 · Info-Fax 0800 / 7 32 73 80 Haftungshinweis: |